Compostelanische jahr

Wallfahrt

Xacobeo wird jedes Jahr am 25. Juli, dem Fest des Apostels Santiago, an einem Sonntag begangen, der bis zu 14 Mal pro Jahrhundert stattfindet.

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Compostelanische jahr
Puerta Santa, Jacobeo 2010 / @ Xoán A. Soler

Puerta Santa, Jacobeo 2010 / @ Xoán A. Soler

Das Heilige Compostelanische Jahr wird begangen, wen der 25. Juli, Gedenktag an das Martyrium des Apostels Jakobus, auf einen Sonntag fällt. In diesen Jahren können die Gläubigen den vollkommenen Ablass erhalten und ihnen werden alle Sünden erlassen.

Der 25. Juli, Festtag des Apostels, fällt jede 6, 5, 6 und 11 Jahre auf einen Sonntag. Wenn das passiert –14 Mal pro Jahrhundert– kann die Katholische Kirche den Pilgern, die das Grab des Apostels in der Kathedrale besuchen, ein Gebet für die Vorsätze des Papstes sprechen und die Beicht- und Kommunionsakramente empfangen, den vollkommenen Ablass –die Vergebung aller Sünden– gewähren. Um den vollkommenen göttlichen Ablass zu erhalten, wird es auch empfohlen, zur heiligen Messe zu gehen. Die sogenannten Compostelanischen Jahre oder Heiligen Compostelanischen Jahre, Auslöser von Pilgerströmen, haben im Laufe der Geschichte dazu geführt, dass Wallfahrer aus der ganzen Welt zum Grab des Apostels Jakobus kamen, um ihre Seelen zu „reinigen“. Das letzte war 2010 und das nächste wird 2021 sein.

Das Heilige Compostelanische Jahr beginnt mit der Eröffnungsfeier der Heiligen Pforte am 31. Dezember des Vorjahres und es wird von einem Ritual begleitet. Der Erzbischof von Santiago klopft mit einem Silberhammer dreimal von Außen gegen die Trennwand –Symbol der Härte des Pilgerweges–, die den Hintereingang der Kathedrale auf der Praza da Quintana zumauert. So bittet der Zeremonienmeister den Apostel Jakobs um Erlaubnis, um einzutreten. Dann wird die Wand abgebrochen.

Dieser Zugang, der traditionell von den Pilgern benutzt wurde, bleibt 12 Monate offen und wird dann wieder am letzten Tag des Jahres bis zum nächsten Compostelanischen Jahr geschlossen. Die mit einem Gitter verschlossene Heilige Pforte ist St. Paio, dessen Kloster direkt gegenüber liegt, gewidmet. Sie war eine der sieben Eingangstore der Kathedrale von Santiago. In oberen Teil des Tores erhebt sich die Statue des Apostels Jakobus, begleitet von seinen Jüngern Theodorus und Athanasius. Zu beiden Seiten sind Verzierungen, die 24 sitzende Statuen von Aposteln, Patriarchen und Propheten darstellen. Sie sind in vier Blöcken mit je drei Persönlichkeiten auf jeder Seite angeordnet. Alle stammen aus dem romanischen Chor, der vom Meister Mateo, Autor des Pórtico da Gloria, gebaut wurde. Die Heilige Pforte ist auch als Pórtico do Perdón (Gnadenpforte) oder Porta dos Vintesete Sabios (Pforte der siebenundzwanzig Weisen) bekannt.

Aber die Eingangstür, die heute die Pilger benutzen, ist nicht der ursprüngliche heilige Zugang, der nach Osten gerichtet, das Ende der Wallfahrt und der Beginn eines neuen Lebens symbolisierte. Als die Capela do Salvador (Kapelle des Erlösers) gebaut wurde, verlor die Heilige Pforte ihre legendäre Funktion, da sie mehrere Grad nach rechts verschoben wurde. Durch die gegenwärtige Pforte, die 2004 vom compostelanischen Bildhauer Suso León in Bronze angefertigt wurde, kommt man in einen kleinen Hof. Hier befindet sich die Originale, durch die man in den Chorumgang der Apsis der Kathedrale, in die unmittelbare Nähe des Apostelgrabes, gelangt.

Vollkommener Ablass auch in Villafranca del Bierzo

In der Gegenwart gibt es fünf Standorte in der ganzen Welt (drei davon in Spanien), die diese Fähigkeit haben: Santiago de Compostela, Santo Toribio de Liebana, Caravaca de la Cruz, Jerusalem und Rom, wo der vollkommenen Ablass alle 25 Jahre (früher, alle 50 Jahre bis es nach Paul II. auf 25 reduziert wurde) gewährt wird.

Außerdem besteht seit dem 17. Jahrhundert die Möglichkeit, dass den Pilger, die auf dem Weg nach Santiago wegen einer Erkrankung oder eines schweren Unfalls nicht mehr weitergehen können, in Villafranca del Bierzo, eine der Ortschaften, wo das Jakobs-Kulturgut am deutlichsten ist, den vollkommenen Ablass in der Jakobskirche dieser Stadt zu gewährt wird. Hierzu müssen die Pilger durch die Porta do Perdón (Gnadenpforte) von dieser Kirche, die auch nur während der Heiligen Jahren offen ist, gehen. Eine Voraussetzung ist, dass der Pilger mindestens 100 km gelaufen ist und er seine Unfähigkeit, den Weg bis Santiago zu beenden, beweisen kann. Es muss wiederum zur Messe gegangen und gebeichtet werden.

Derzeitige Anforderungen

Nach Änderungen der Bedingungen, um diese Gnade zu gewähren, sind das die heutigen Anforderungen für die Vergebung der Sünden im Compostelanischen Jahr:

– Es ist nicht notwendig, bis zur Kathedrale von Santiago zu Fuß zu gehen oder eine bestimmte Anzahl von Kilometern auf dem Weg zurückgelegt zu haben. Es reicht aus, wenn man den Tempel an irgendeinem Tag während des Heiligen Jahres besucht.

– Es wird empfohlen, durch die Heilige Pforte zur Pilgermesse zu gehen. Sie findet jeden Tag des Compostelanischen Jahres um 12:00 Uhr in der Kathedrale statt. Aber diese Anforderungen sind nicht obligatorisch.

–  Erforderlich ist ein Gebet (am besten ein Vaterunser oder Credo) für die Vorsätze des Pontifex Maximus zu sprechen.

–  Es ist notwendig, zu beichten und kommunizieren, entweder am selben Tag, an dem man die Kathedrale betritt, oder anderswo innerhalb der 15 Tage davor oder danach.

– Der vollkommene Ablass kann einmal pro Tag einem selbst oder den verstorbenen Gläubigen gewährt werden.

Der Papst-Besuch in Spanien 1982 und, vor allem, das Heilige Compostelanische Jahr 1993, das stark von der Galicischen Regionalregierung unterstützt wurde, haben Santiago und dem Pilgerweg wieder einen Ort auf der Landkarte verschafft. Seitdem ist die Pilgerzahl ständig gestiegen und im letzten Heiligen Jahr, 2010, wurden insgesamt 272 135 Pilger in Santiago gezählt.

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