Die compostela

Wallfahrt

Die Compostela ist das kirchliche Dokument, das bescheinigt, dass wir den Camino de Santiago mindestens auf den letzten 100 Kilometern einer Jakobroute fertiggestellt haben.

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Die compostela
@ Mónica Ferreirós

@ Mónica Ferreirós

Die Compostela ist eine Pilgerurkunde, die von den kirchlichen Behörden gewährt wird und die bescheinigt, dass der Pilger eine Mindeststrecke von 100 km zu Fuß oder Pferd (200 km mit dem Fahrrad) auf dem Jakobsweg zurückgelegt hat. Es wird in Santiago de Compostela allen Pilgern, die den Pilgerpass ordnungsgemäß abgestempelt haben und beweisen, dass sie aus religiösen oder spirituellen Gründen –auch wenn es im Sinne der Selbstfindung ist–, auf geordnete Weise, durch die verschiedenen Enklaven von einem der Jakobswege (alle gelten) gegangen sind, ausgestellt.

Zum Zeitpunkt, als die Wallfahrten zum Grab des Apostels begannen institutionalisiert zu werden, wurde es notwendig, irgendwie zu beweisen, dass man den Jakobsweg abgeschlossen hatte. Vorläufer der Compostela waren eine Art von Jakobs-muschelförmigen Abzeichen, die sehr leicht zu fälschen waren und deshalb wurden sie von den sogenannten Beglaubigungsschreiben, Ursprung der heutigen offiziellen Pilgerurkunde, ersetzt.

Im 16. Jahrhundert gründeten die Katholischen Könige die Fundación del Hospital Real, eine Stiftung, die bei der Vorlage der Compostela, während drei Tage die Pilger kostenlos im Gebäude, wo sich heute das emblematische Hostal dos Reis Católicos befindet, beherbergte. Diese Stiftung, die sich mit der Gesundheitsversorgung der Pilger in Santiago befasste, wurde zum wichtigsten Krankenhaus Galiciens und, im Laufe der Zeit, wurde es Sitz der Medizinischen Fakultät von Santiago. 1954 eröffnete das Gebäude als Parador, staatliche Hotelkette, die getreu der Tradition, bei Vorlage der Compostela, immer noch den ersten zehn Pilgern des Tages Frühstücke, Mittagessen und Abendessen anbieten.

Im Laufe der Jahre wurde der Jakobsweg zunehmend beliebter. Die Pilgerströme begannen aus aller Welt zu kommen und, mit dieser Leidenschaft, vervielfachten sich auch die Betrüge und Fälschungen. Dies verursachte in der Kirche die Furcht, dass die Hingabe des Pilgers, um die Vergebung ihrer Sünden zu erlangen, sich in eine Art von spielerischem Abenteuer verwandeln könnte und so die spirituelle Motivation außer Acht gelassen würde. Deshalb entschied die Erzdiözese von Santiago, bestimmte Anforderungen zu setzen, um die Compostela zu erzielen. Die Gewährung der Pilgerurkunde erfolgt nur den Pilgern, die aus religiösen Gründen den Weg zu Fuß, Pferd oder mit dem Fahrrad machen. Die Compostela wird somit nicht überreicht, wenn man nicht die letzten 100 km zu Fuß oder Pferd, oder die letzten 200 km mit dem Fahrrad, zurückgelegt hat.

Erforderliche Mindeststrecke

Sowohl Pilger zu Fuß als auch Fahrradpilger haben oft Zweifel über die genaue Stelle, von der aus man die Compostela bekommen kann. Das Pilgerbüro erklärt, dass für diejenigen, die den Weg zu Fuß zurücklegen, die erforderliche Mindeststrecke für die Gewährung der Compostela, folgende ist: im Fall des Französischen Pilgerweges, ab Sarria oder Barbadelo; auf dem Englischen Pilgerweg, ab Ferrol oder Neda; auf dem Pilgerweg des Nordens, ab Vilalba oder Baamonde; auf dem Ursprünglichen Pilgerweg, ab Lugo; und auf dem Südöstlichen Pilgerweg, ab Ourense. Die Pilger, die den Pilgerweg nach Fisterra- Muxía machen, können auch die Compostela erhalten, wenn sie als erste Etappe, die Route, die beide Ortschaften der Küste entlang verbindet, zurücklegen und dann die restlichen Etappen bis Santiago beenden. Auf diese Weise werden sie die erforderlichen 100 km zurücklegen.

Für Fahrradpilger, die den Französischen Pilgerweg machen, ist die Mindeststrecke (200 km), um die Pilgerurkunde zu bekommen, ab Ponferrada; für diejenigen, die den Portugiesischen Weg zurücklegen, ab Póvoa de Varzim; für Fahrradpilger auf dem Pilgerweg des Nordens, Tapia de Casariego; für diejenigen, die nach Santiago auf dem Ursprünglichen Weg fahren, ab Grandes de Salime; und für die Pilger, die sich für den Südöstlichen Pilgerweg entschieden haben, ab A Gudiña (der einzige Fall, in dem Fahrradpilger, die den Jakobsweg in Galicien begonnen haben, die Compostela bekommen).

Anforderungen für ihre Gewährung

Der Text der Compostela, ein illustriertes Dokument mit dem charakteristischen Eichenblätter und Jakobsmuschel verzierten Rand, auf dem der Name des Pilger in Latein steht, lautet übersetzt: „Das Kapitel dieser segenspendenden Apostel- und Metropolitankirche von Compostela, Hüter des Siegels des Altares des seligen Apostels Jakobus, macht entsprechend seiner Absicht, allen Gläubigen und Pilgern, die aus der ganzen Welt aus frommer Neigung oder zur Erfüllung eines Gelübdes an der Schwelle unseres Apostels, des Patrons und Schutzherren der spanischen Lande, des heiligen Jakobus, zusammenkommen, eine gültige Urkunde zur Bestätigung ihres Besuches auszustellen, hiermit allen und jeden, die in die vorliegende Urkunde Einblick nehmen werden, bekannt, dass Herr/Frau (Vorname und Nachname des Pilgers) dieses hochehrwürdige Gotteshaus aus Frömmigkeit ehrerbietig besucht hat. Zur Beglaubigung dessen überreiche ich ihm/ihr diese vorliegende Urkunde, versehen mit dem Siegel der genannten heiligen Kirche.“ Die Pilgerurkunde ist vom Kapitelsekretär der compostelanischen Kirche unterschrieben.

Sobald der Pilger in Santiago ankommt, kann er die Compostela in der Nähe der Praza do Obradoiro, im Pilgerbüro, das sich in der Rúa de Carretas, 33 befindet, holen. Es kann von irgendeiner Person beantragt werden, sogar von Minderjährigen, sofern diese von einem Erwachsenen oder einer Gruppe begleitet werden und sie die Fähigkeit haben, das spirituelle oder religiöse Wesen des Pilgerweges zu verstehen. Wenn sie, laut dem Pilgerbüro, nicht „reif genug“ sind, wird ihnen eine spezielle Bescheinigung mit ihren Namen ausgestellt, die bestätigt, dass die Etappen der  ausgewählten Route abgeschlossen wurde. Um die Pilgerfahrt von Babys oder Kleinkindern zu bescheinigen, werden in der Regel ihre Namen auf die Compostela der Eltern oder Begleitperson geschrieben.

Die Öffnungszeit des Pilgerbüros ist von Palmsonntag sommer (1 .April bis 31.  Oktober) und Ostern: Mo- So: 8- 21 Uhr. Winter: Mo-So: 10 – 19 Uhr (1. November – 30. März, ausser Ostern Zeit). Das Büro ist am 25. Dezember und 1. Januar geschlossen. Die Pilger, die an diesen Tagen in Santiago ankommen, werden die Compostela in der Sakristei der Kathedrale erhalten.

Die Compostela des Jenseits |„In Memoriam“

Das Pilgerbüro hat ein Dokument erstellt, „In Memoriam“, das ein Andenken für die Familie derer, die auf dem Pilgerweg starben und nicht die Möglichkeit hatten, die Compostela zu bekommen, sein sollte. „Wir reichen nicht viele ein“, gibt das Amt der Rúa do Vilar zu.

Andere Dokumente

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Seit Jahren beenden viele Pilger ihren Weg nicht in Santiago, sondern gehen bis Fisterra oder Muxía weiter. Angesichts der zahlreichen Pilger, die eine Bescheinigung für beide zurückgelegten Routen forderten, wurden zwei spezifische Urkunden, die nicht von der Kirche anerkannt sind und von den Gemeinderäten ausgestellt werden, erstellt. Es sind dieFisterrana (1997 geschaffen), die in der Pilgerherberge in Fisterra beantragt werden muss, und die Muxiana, die der Pilger im Fremdenverkehrsbüro dieser Küstenstadt erlangen kann.

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Zusätzlich ist seit Juli 2013, sowohl im Pilgerbüro von Padrón (Avenida Compostela, s/n) als auch in der Stadtherberge dieser Ortschaft, die Traslatio Xacobea erhältlich. Eine Urkunde, die bescheinigt, dass die Pilger denselben Seeweg wie das Boot mit den Überresten des Apostels zurückgelegt haben. Die Wallfahrer müssen vom Hafen San Vicente de O Grove oder von dem in Ribeira nach Padrón abreisen und in mindestens zwei Gemeinden der Ría de Arousa halten, um die Schiffskarte, welche die Route bescheinigt, abzustempeln. In Padrón bekommen sie den letzten Stempel und ihnen wird kostenlos diese Urkunde gewährt.

Ebenfalls in Padrón und seit 2010, wird wieder die eigene Pilgerurkunde der Stadt, die früher schon den Pilgern gewährt und seit ihrer Wiederbeschaffung in Pedronía umbenannt wurde, ausgestellt. Sie brachte einem alten Sprichwort wieder SinnO que vai a Santiago e non vai a Padrón, ou fai romería ou non (Derjenige, der nach Santiago und nicht nachPadrón geht, kann ein Pilger sein oder nicht). Diese Urkunde wird allen Pilgern, die folgende Strecken zurücklegen, gegeben: von Santiago nach Padrón, von irgendeiner Ortschaft der Ría de Arousa bis zur Hauptstadt des Flusses Sar (See-Fluss-Pilgerweg) oder von irgendeiner anderen Ortschaft, die mindestens 18 km von Padrón entfernt liegt. Außerdem müssen die Pilger die Jakobsorte der Sar-Hauptstadt besichtigen: die Pfarrkirche Santa María von Iria Flavia; den Brunnen Fonte do Carme, den Santiaguiño do Monte und den Pedrón. Die Wallfahrt kann dann zu Fuß, Pferd, mit dem Fahrrad oder irgendeiner Art von Schiff beendet werden. Im Fall der ersten Optionen sollte man bis zum Fluss Sar kommen und in Fall der letzen, bis zum Steg A Ponte, um zu Fuß bis zur Stadt zu kommen. Um die Pedronía zu erhalten, müssen die Pilger die sogenannte Carta de Peregrinación(Pilgerbescheinigung) haben, die auf der Webseite der Gemeinde von Padrón (www.concellodepadron.org) heruntergeladen werden kann und die sie in der Stadt, von der aus abreisen, abstempeln müssen. Sobald sie in Padrón angekommen sind, wird ihnen im Fremdenverkehrsbüro, in der Pilgerherberge oder in Gemeindeämtern die Urkunde gegeben.

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